Das Quittenkomplott

Sie sind knallgelb, groß wie Äpfel oder Birnen, und machen einen verheißungsvollen Eindruck. Genau wie bei vielen Dingen ist dann beim Genuss wenig Erfüllung und mehr Verheißung drin! Trotzdem zieht der Baum vor unserm Haus mit seinen großen Früchten Jahr für Jahr seine Interessenten (Opfer?) an wie ein Misthaufen die Fliegen. Jedes Jahr fragt so ein/e Bedauernswerte/r, ob er/sie sich einen Eimer voll pflücken darf. Ich weiß nicht, nach welchen Kriterien darüber entschieden wird, was ich aber mit Bestimmtheit sagen kann, ist, dass hier aus den Jahren zuvor noch immer 3 Gläser Quittengelee stehen, die keiner essen möchte. Nochmals in aller Klarheit: Quitten sind knallgelb, groß und sehen richtig lecker und vielversprechend aus. Sie sind aber härter als unreife Birnen und schmecken nach gar nichts. Sie schmecken in etwa wie gepresstes Esspapier und kommen zu Mücken, Ikea und Blattgoldauflagen für Bratwürste auf meine Liste „Dinge, die die Welt nicht braucht.“

Wenn ich morgens wach werde, bringe ich keinen Ton raus, habe einen knochentrockenen Mund, Hals und Rachen und bekomme schlecht Luft. Bevor ich den ersten Schluck Kaffee intus habe, lässt sich mit mir nichts anfangen. Spötter sagen, das sei früher auch schon so gewesen…
Wer allerdings jetzt sieht, welche Änderung ein Schluck Flüssigkeit im Hals bei mir macht, der fühlt sich augenblicklich in die Welt von Asterix, Obelix, Miraculix und Zaubertränken versetzt. Noch was: nach 30 Jahren Rauchen werde ich wohl noch auf den letzten Metern zum Nichtraucher. Immer öfter vergeht ein Tag, an dem ich nicht geraucht habe. Sollte ich mich freuen? Bestimmt, aber irgendwie kommt bei mir keine echte Freude auf…

Da bleibt so wenig Lasterhaftes!

3 Antworten auf “Das Quittenkomplott”

  1. Damian sagt:

    Stimmt zu 98%! Vor einigen Jahren aber haben Angehörige mal Marmelade gekocht: Quitte-Ananas-Calvados. Da sie mit letzterem nicht sparsam waren, schufen sie einen schmackhaften Brotbelag, der allerdings im Verdacht stand, die Fahrtüchtigkeit einzuschränken. - Ich war (bin?) als Liebhaber dieser Kreation bekannt. Lecker war’s. Das war aber auch das einzige Quittenprodukt, das mich begeiterte! Grüße an alle!

  2. Jörg Ruthmann sagt:

    Ja Quitten sind schon was besonderes. Irgendwie ist es doch immer so mit den gut gemeinten Weckgläsern. Da wird eingemacht und eingemacht und dann landet es im Keller. Der Geschmack erinnert einen an die Kindheit bei Oma oder im Ferienlager. Die selbstgemachte Marmelade war damals noch was richtig feines und irgendwie begleitete sie einen die ganze Zeit. Auf Klassenfahrt wurde dann so ein Glas mitgenommen und später beim Bund hat man sich damit die Panzerkekse bestrichen. Irgendwann gab es dann diese Dinge nicht mehr und heute ist es die Erinnerung. Ab und an sieht man dann bei stern.tv die Relikte dieser Marmeladen im Test. Wie lange ist sowas genießbar und ungefährlich.

  3. Klaus Friedrich sagt:

    Hallo Herr Sudarbo,

    nachdem wir beide in etwa den gleichen Geschmack in Sachen Kino haben, werden die schlimmsten Befürchtungen wahr: TITANIC wird fortgesetzt - als Miniserie!

    Teil 2: Der lange Weg nach unten.
    Teil 3: Futter für die Fische
    Teil 4: Ewige Dunkelheit
    Teil 5: Ballard war hier
    Teil 6: Waren das die Russen?
    Teil 7: Endlich wieder Ruhe

    Erstaunlich, nicht wahr?

    Ich wünsche Ihnen alles Gute

    Klaus Friedrich,
    der zusammen mit seiner Frau Cheryl seine 80-jährige Mutter pflegt, die seit 17 Jahren an ALS erkrankt ist.

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